Leseprobe - Das Geheimnis im Schloss

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Lesepobe aus T & T 002. Das Geheimnis im Schloss

 

Tini und Tim warteten den ganzen Abend über sehnsüchtig am Fenster ihres Zimmers darauf, dass endlich die Lichter gelöscht wurden. Denn soviel stand fest: Solange rings um das Schloss die Lampen leuchteten, würde der Täter sich bestimmt nicht herantrauen. Als es dann endlich so weit war, hätten sie es fast verschlafen. Zum Glück wehte ein leichter Wind, der die Schnur an der Türglocke hin- und herschwingen ließ.Das sanfte Gebimmel weckte Tini. Sie stieß ihren Bruder unsanft in die Seite und flüsterte: »Es geht los.«

Leise verließen sie ihr Zimmer, schlichen den Gang entlang und die Wendeltreppe hinab. Weiter führte der Weg vorbei am Büro, vorbei am Schlafzimmer der Schlossherrin und geradewegs zur hölzernen Eingangstür. Tim drehte den Schlüssel im Schloss und drückte die Klinke herunter. Die Tür knarrte laut in den Angeln, als er sie öffnete. Die Zwillinge hielten erschrocken den Atem an und lauschten. Nichts bewegte sich. Rasch schlüpften sie hinaus und blieben eine Weile im Schutz der Hauswand stehen. Dunkel und unheimlich lag der Hof da. Nicht einmal der Mond leuchtete ihnen.

»Sollen wir nicht lieber unsere Taschenlampen anmachen?«, flüsterte Tini.

»Nein. Wenn der Täter Licht sieht, kommt er bestimmt nicht.«

Es dauerte eine Weile, bis sich Tini und Tim mit den Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten und schemenhaft die Umrisse der Gebäude erkannten. Diese schienen bei Nacht viel größer zu sein als bei Tag. Aufmerksam beobachteten sie den Schlosshof, ob sich irgendetwas Verdächtiges bewegte. Erst dann schlichen sie in Richtung der Ställe, von wo aus sie den Keller gut im Auge behalten konnten. Falls der Täter hineinging, würden sie schnell die Tür verriegeln und Frau Hülse holen. Das war der Plan.

Alles blieb still. Nichts geschah. Außer der leise bimmelnden Glocke regte sich nichts. Tini fror und drückte sich eng an ihren Bruder. Tim dagegen kaute vor Aufregung auf seiner Unterlippe herum, bis sie schmerzte.

Plötzlich vernahmen sie Motorengeräusche und kurz darauf huschte ein Lichtschein in den Schlosshof. Die beiden duckten sich wie auf Kommando eng an das Gemäuer. Ein Auto fuhr herein und blieb direkt neben der Haustür stehen. Der Motor verstummte, aber die Scheinwerfer blieben an. Dann wurde eine Tür zugeschlagen und Schritte waren zu vernehmen. Tini und Tim wagten kaum zu atmen und schauten angespannt auf das Fahrzeug. Jetzt ging der Fahrer um den Wagen herum. Leider erkannten sie im schwachen Schein des Lichtes nicht, wer es war.

»Los komm. Wir müssen hier weg, bevor er uns entdeckt«, zischte Tim und zog seine Schwester mit sich. So schnell es in der Dunkelheit möglich war, flitzten sie zum Torbogen hinaus und beobachteten von dort aus das Geschehen.

 

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